Das Ausnutzen der Hilflosigkeit und Unerfahrenheit

Heute hatte ich mal wieder eine Begegnung mit einer ‚Institution‘, die inzwischen Teil meines Lebens ist: Ein Sanitätshaus.

Nahezu vom ersten Moment meiner Karriere im Rollstuhl, scheine ich eine spezielle Beziehung zu dieser Instanz zu haben.

Meine erste Challenge war die Erstversorgung mit einem Rollstuhl und dieses spezielle Verhältnis hält bis heute an. Es ist keine Kommunikation auf Augenhöhe und in ganz vielen Momenten habe ich das Gefühl, dass mit meiner Unerfahrenheit und einer gewissen Hilflosigkeit gespielt wird.

Ich lasse in diesen Sanitätshäusern richtig viel Geld – sowohl für Verbrauchsmaterial wie Katheter als auch andere Hilfsmittel und Sportgeräte. Das Besondere ist, dass ich meistens auch keine andere Wahl habe – Sanitätshäuser haben eine Art Monopol und da es bei vielen Patientinnen so ist, dass sie nicht selber zahlen, sondern Einrichtungen wie Krankenkassen, entsteht kein echtes Kundenverhältnis, sondern eher die, eines Bitstellers. Und genau das lassen einen, einige der Kollegen auch spüren.

Für Menschen wie mich ein absolutes Grauen – ich befinde mich eh schon in ständiger Abhängigkeit und nun bin ich auch noch von Institutionen abhängig, die gefühlt nicht wirklich für mich da sind, sondern das Wort Kunde oder Dienstleister noch lernen.

Zum Glück ist es nicht bei allen und allem so – aber gerade meine Versorgung mit Rollstühlen, eWheel und Handbike sind mehr als kompliziert. Sicher bin ich auch Teil davon: Aber ich kann und will mich noch nicht daran gewöhnen auf eine solche Art behandelt zu werden.

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