Warum sitze ich hier und schreibe all diese sehr privaten Dinge auf? 

Es hat verschiedene Gründe und der Beginn für das alles war ein Tagebuch, das ich im Juli 2025 in Chicago in einer Notsituation begann. 

Ich lag dort nach der Ankunft zu Beginn einer gemeinsamen Reise mit meiner Tochter mit akuten Lähmungserscheinungen im Krankenhaus. Ich wollte die Details der Ereignisse vor Ort aus verschiedenen Gründen nicht vergessen und für mich festhalten.
Es war das erste Mal überhaupt, dass ich meine Gedanken einem Tagebuch anvertraute. Irgendwie muss man das auch lernen – aber das ging schneller als gedacht.

Nach unserer Rückkehr nach Hamburg hatte ich dann das Gefühl, dass das, was mir in Chicago passierte, eine längere Vorgeschichte hat. So habe ich das „Tagebuch“ nachträglich, basierend auf Bildern, meinem Kalender und meinen Erinnerungen um die sehr prägenden 15 Monate davor erweitert. 

Beim wiederholten Lesen des Tagebuchs und der ergänzten “Timeline” fiel mir auf, wie ereignisreich, fröhlich und voller Erlebnisse mein Leben ist und wie viel Einfluss diese Art des Lebens mitten in der Familie und unter Freundinnen und Freunden wohl auf meine Mentalität, meine Werte und meine Kräfte hat. Und mir fiel auf, dass ein Bereich, der über viele Jahre mein Leben prägte – der Beruf – von heute auf morgen keine relevante Rolle mehr spielte, sondern ich mich vor allem von meinen Gefühlen leiten lasse.

Da ich nach einigen Ereignissen in den Jahren 2024/25 von Freunden immer wieder auf gewisse Verhaltensweisen angesprochen wurde, habe ich viel darüber nachgedacht, woher bestimmte Eigenschaften, die mir in diesen persönlichen Krisen halfen und aktuell helfen, bei mir kommen und ob ich diese bewusst stärke oder diese einfach gegeben sind. 

All dies – sowohl die Ereignisse zwischen Mai 2024 und Sommer 2025 als auch die Erkenntnisse – wollte ich dann einmal in meinem Kopf ordnen, auf eine gewisse Art auch analysieren, auf Papier bringen und dann allen zur Verfügung stellen, die Interesse an einer solchen autobiografischen Geschichte mit vielen Tiefschlägen und freudigen Erlebnissen und meinem eigenen Umgang damit haben. 

Dabei hatte und habe ich keine besondere Zielgruppe im Kopf, sondern eigentlich alle, egal ob meine Familie und meine zukünftigen Enkel, Freunde und Freundinnen, Kollegen aber auch Menschen, die mich gar nicht kennen.

Und ich will sicher niemanden belehren oder schlimmer noch bekehren – ich kann einfach nur festhalten, dass mir das Leben große Freude bereitet und ich glücklich bin, dieses Leben zu leben – egal welche Hürden es für mich und meine Lieben vorsieht.

So ist aus einem Tagebuch in der Not ein Skript, dann eine Chronik und nun ein Blog mit meinen Erlebnissen rund um den Querschnitt entstanden.